
Der Tax Freedom Day beantwortet die einfache Frage, wielange die Volkswirtschaft Österreichs nur für Steuern und Abgaben für den Staat wirtschaftet.
Um dies anschaulich zu gestalten, werden die gesamten zu zahlenden Steuern und Abgaben ins Verhältnis zum Einkommen der Haushalte und Unternehmen in Österreich gesetzt. Im nächsten Schritt wird der daraus errechnete Prozentsatz auf das Jahr mit 365 Tagen umgelegt und man erhält den Tax Freedom Day. Ab diesem Tag wirtschaften die Österreicher/Innen also rein rechnerisch nicht für den Staat, sondern für sich selbst.
Anders ausgedrückt zeigt der Tax Freedom Day also die gesamte Steuer- und Abgabenbelastung, die durchschnittlich von den Steuerzahlern in Österreich getragen wird. Diese Steuer- und Abgabenbelastung, welche als volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote bezeichnet wird, berechnet sich als Quotient aus Steuern und Abgaben und dem Volkseinkommen.
Das Volkseinkommen beinhaltet das gesamte in einer Volkswirtschaft von privaten Haushalten sowie Unternehmen erzielte Einkommen, wie Arbeitnehmerentgelte und Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Diese makroökonomische Größe wird ebenso als Nettonationaleinkommen zu Faktorpreisen bezeichnet und gibt annähernd das gesamte Privateinkommen der Wirtschaftssubjekte in einer Volkswirtschaft wider.
Häufig findet man jedoch auch Berechnugen auf Basis des Bruttoinlandsproduktes, welches jedoch Verzerrungen wie Abschreibungen enthält und somit nicht korrekt auf das Einkommen der Volkswirtschaft abstellt. Die Summe des Bruttoinlandsprodukt ist grundsätzlich höher als das des Volkseinkommens, wodurch der Tax Freedom Day früher im Jahr erscheinen würde. Das Austrian Economics Center hat sich jedoch aus fachlicher Sicht für das niedrigere Volkseinkommen entschieden und stützt sich dabei auf die Methode des Karl-Bräuer-Instituts des Bundes der Steuerzahler Deutschland. Neben Deutschland wird diese Berechnungsweise unter anderem in Großbritannien vom Adam Smith Institute und von der Tax Foundation in den USA angewendet.
Die Steuern und Sozialabgaben beinhalten auf der einen Seite sämtliche direkte Steuern wie Lohnsteuer, Körperschaftssteuer, Kapitalertragssteuer, etc. und indirekte Steuern wie Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Normverbrauchsabgabe, Mineralölsteuer, etc. Auf der anderen Seite inkludieren sie die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Selbstständigen und Nichterwerbstätigen. Es kann argumentiert werden, dass diese Abgaben natürlich Aufgaben und Leistungen des Staates finanzieren. Nichtsdestotrotz müssen diese durch Haushalte und Unternehmen erwirtschaftet werden um im zweiten Schritt eine Umverteilung zu gewährleisten.
Die Berechnung wurde auf Basis der Methode und mit freundlicher Unterstützung des Karl-Bräuer-Instituts des Bundes der Steuerzahler Deutschland durchgeführt. Die zugrundeliegenden Zahlen beruhen auf Daten der Statistik Austria sowie auf Prognosen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) und der Bundesregierung Österreichs.

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